Unsterblichkeit…? Ja, Bitte, Sir!

Mit <Altered Carbon> ist Netflix echt eine sehr gute Verfilmung eines Romans gelungen. Science Fiction der Extraklasse mit allen Elementen, die moderne, gute Filme haben müssen. Und im Grunde ist <Das Unsterblichkeitsprogramm> – der deutsche Titel des Romans von Richard Morgan auf dem die Serie basiert – ein sehr langer Film, erzählt in zusammenhängenden Episoden.

Und die Qualität in Punkto Kameraführung, Dramaturgie ist klasse. Vor allem aber in Sachen Spezialeffekte, braucht sich die Serie nicht hinter Triple A Blockbustern aus Hollywood zu verstecken.

Dabei ist die Geschichte so leicht zusammenzufassen. Ein Typ, Marke <gestählter Ninja>, wird gezwungenermaßen von einem Milliadär angeheuert seinen eigenen Mord aufzuklären, was er natürlich macht, mit den dazugehörigen Twists.

Moment mal…Seinen eigenen Mord? Ja, denn wir sind mit <Altered Carbon> in der Zukunft und das Bewusstsein eines Menschen wird ein einem kortikalen Stag gespeichert, welcher sich in der Wirbelsäule oder im Kopf steckt, abhängig von Roman oder Verfilmung.

Und solange dieser Stag, eine Art Speicherchip, nicht zertört wird, kann das Bewusstsein aus einem (toten) Körper in den eines anderen Sleeves (engl. “Hülle”) gedownloaded werden – mit allen Erinnerungen, die dazu gehören.

Da aber nun der ganze Kopf von Mr. Bancroft samt Stag zerstört wurde, ist im Klon-Sleeve des superreichen Meth (nach dem biblischen Methusalem) nur ein Backup vorhanden, welches sich nicht an die letzten 48 Stunden erinnert, da zu diesem Zeitpunkt die letzte Sicherungskopie durchgeführt wurde.

Letztendlich findet Takeshi Kovacs, der Protagonist des Episodenfilms, die Lösung, wenngleich er auch dafür Himmel und Hlle durchleben muss. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn die Serie ist neben der spannend erzählten Geschichte auch vollgestopft mit Gewalt und Sex.

Das ganze ist sehr sehenswert und – gemessen am Interesse meiner Ehefrau – wirklich spannend. Selten habe ich eine solche Serie so schnell gebinged wie diese.

Die Macher haben nicht nur die Idee des Romans gut umgesetzt. Sie haben sich sogar sehr an die Vorlage gehalten – Ich finde sogar, sie haben einige Elemente verbessert. So z.b. hat Takeshi Kovacs laut dem Roman keine Familie. In der Serie hat er eine Schwester, die.. nein, ich spoiler jetzt nicht und halte meine Klappe.

Es gibt also einige Unterschiede, die aus dem Roman und der Serie je ein eigenständiges Werk machen. Aber irgendwie auch nicht.

Denn beide Werke behandeln die gleiche Thematik und werfen für das nachdenkliche Publikum dieselben Fragen auf:

  • Was wäre, wenn man unendlich leben könnte? Wie würde es die Persönlichkeit bei solch einer langen Lebensdauer verändern?
  • Wie wäre es, einfach den Körper, wie ein Kleidungsstück wechseln zu können?
  • Seele, Körper, oder Geist… was macht einen Menschen letztendlich aus?
  • Ist man noch ein und die selbe Person, wenn man sich kopiert bzw. wenn man in den anderen Körper “geladen” wird?

Diese Fragen kann man natürlich schwerlich beantworten, solange es eine solche Technologie nicht gibt.

Doch dünkt mir, dass die Antworten für jeden selbst überraschend wären. Denn mal angenommen, man erschafft einen Klon von sich selbst und pflanzt ihm ein Bewusstsein ein, welches bis vor wenigen Sekunden identisch war mit einem selbst, so ist dieses Wesen von diesem Zeitpunkt an eigenständig und es erlebt eigene Erfahrungen.

Es wird so zu einem eigenen Bewusstsein, losgelöst von der Ursprungsperson. Allein dies führt dazu, dass letztendlich kein ewiges Leben möglich ist. Backup hin oder her.

Ewiges Leben ist nur dann möglich, wenn man das Gehirn als solches in einen anderen Körper transferieren kann. Und dabei muss man ja auch noch bedenken, dass das Gehirn biologisch ist und altert. Irgendwann ist auch hierbei das Verfallsdatum erreicht – und man stirbt.

Meine Idee hierzu ist, dass man das Gehirn Zug um Zug digitalisiert. Sei es nun durch Schnitstellen, die man im Gehirn nutzt oder durch Nanomaschinen, die Neurone für Neurone die Nervenzellen durch “haltbare” Komponenten ersetzt. So kann dann später das Gehirn bei vollem Erhalt des Bewusstseins übertragen werden.

So wäre – theoretisch – ewiges Leben möglich. Doch dies wird wohl nicht so geschehen, alles viel zu kompliziert.

Aber wer weiß.. vielleicht irgendwann, in einer nicht allzu düsternen Zukunft… ? Ich würde es gerne ausprobieren… und würde mich als erster für dieses Projekt melden.

Und bis es soweit ist, überlege ich mir meine Antworten auf das Sein…. oder das Nicht-Sein…. Das ist hier die Frage….

Author: Bernd R. Franke

Bernie ist ein spätes Winterkind aus dem Jahre 1980. Verheiratet ist er glücklich mit der Mutter seiner fünf Kinder. Hobbies: Nachdenken, Schreiben und Sport. Sein Lieblingsgenres sind SciFi, Fantasy und Erotik.

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Das Leben. Punkt.
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