Mein Geburtsbericht – also, so als Ehemann, Papa… Ihr wisst schon ;o)

Am Ostersonntag (16.04.2017) war – sofern Ihr es nocht nicht wusstet – ja Entbindungstermin und wir sollten auf jeden Fall ins Krankenhaus – es stand ja der Verdacht einer Schwangerschaftsdiabetes im Raum.

Wir also um ca. 11 Uhr hin. Yvi wurde am CTG angeschlossen. Nichts. Eine Dreiviertelstunde wurden keine (!) Wehen aufgezeichnet. Dann ging‘s ins Untersuchungszimmer und der Muttermund wurde von der Assistenzärztin abgetastet. Das Ergebnis war: 1 Finger durchgängig. Wie drei Wochen zuvor, als wir diesen Fehlalarm hatten.

 

 

Als nächstes ging es dann zum Ultraschall. Die Ärztin vermaß Sean und berechnete das Gewicht mit etwas über 4500g.

Sie meinte dann, „Joa, das ist ein Bisschen viel, ich lasse lieber nochmal den Oberarzt drüber schauen. Oft liegt er darunter…“ Wie sie das genau meinte, wollte ich gar nicht wissen – oder doch…?

Naja egal.

Der Oberarzt kam dann, nahm Maß und stellte fest: „Ganz schön groß. 4156g. Das kann allerdings noch um bis zu 600g variieren. Nach unten aber auch nach oben.“

Dann empfahlen die beiden, die Geburt jetzt einleiten zu lassen, weil er schon „So ein Brocken“ sei und wegen der Schwangerschaftsdiabetes er ja noch heftig zulegen könne.

Gesagt, getan. Yvi bekam ein Zäpfchen vorne rein, welches den Muttermund weich machen sollte, damit er sich öffnet. Zwischenzeitlich gab es Mittagessen.

 

 

Das war um 13:30h, Da wir uns alle 2 Stunden wieder im Kreissaal einfinden sollten, um die Wehenaktivität zu messen, sind wir zwischen den CTG-Einheiten spazieren gegangen und sogar 3x das gesamte Treppenhaus (10 Etagen) hoch und runter gelaufen.

Jedoch – bis halb sieben (abends) tat sich nichts. Weder Muttermund noch Wehenschreiber machten Anstalten, eine Änderung zu akzeptieren. Die Ärzte waren ein wenig ratlos, wussten sich aber zu Helfen.

Also bekam Yvi dann noch ein solches Zäpfchen.

Und dann ging es los.

Um kurz nach 20 Uhr bekam Yvi die erste Wehe, wir waren in der neunten Etage im Krankenhaus und beschlossen kurzerhand mit dem Aufzug wieder zurück in die 2. Zu fahren, direkt in den Kreissaal.

Die Wehen kamen dann recht schnell alle 5, dann 2 Minuten. Viel zu schnell waren sie hintereinander.

Daher beschloss die Hebamme ein Wasserbad einzulassen, um dann die Wehen zu regeln.

Funktionierte auch super. Solange yvi IN der Wanne war, kamen die Kontraktionen nur alle 5-6 Minuten.

 

 

Nach einer Stunde musste sie dann die Badewanne aber wieder verlassen – es war jetzt ca. 23 Uhr.

Zurück im Kreissaal ging es dann aber wieder schnell los die Wehen kamen im Minutentakt.

Da dies den Ärzten und der Hebamme zu schnell ging, versuchten Sie intravenös mit einem Mittel die Wehen zu verlangsamen.

Die erste Dosis funktionierte nicht. Ebenso eine halbe Stunde später die Zweite.

Stattdessen wurden die Wehen immer schlimmer. Irgendwann gegen halb zwei (Ja, es war schon Ostermontag) hatte Yvi dann solch eine starke Wehe, dass sie aufschrie „Da hat etwas ‚KNACK‘ gemacht wie ein gebrochener Knochen…..“ Eine Sekunde später gab es aber auch schon direkt Entwarnung. Es war die Fruchtblase die gesprungen ist.

Der Muttermund hatte sich indes immer noch nicht geweitet und Yvi hatte solche Schmerzen, dass Sie einen Kaiserschnitt wollte – die Ärzte jedoch nicht, weil sie meinten, dass es schon noch gehen würde.

Gegen zwei bekam Yvi dann aufgrund der Schmerzen – Lachgas. Es würde ihr die Schmerzen nehem und dem Kleinen würde es nicht schaden. Sie sollte jedes Mal, wenn sie den Anflug einer Wehe spürte tief durch die Maske einatmen.

– Meine Frau sah so breit schon ganz schön lustig aus. Die Zunge halb raus, schielend, wie bekifft. Wäre mir schon da so panisch zumute gewesen, hätte ich wohl gelacht. Natrülich nicht ausgelacht *Ähömm* –

Doch auch das Lachgas half nicht wirklich, die Wehen kamen plötzlich alle 20 Sekunden, es war so viel Stress, dass langsam die Puls von Sean runter ging. Viel zu viel Stress für das kleine Leben.

Mir wurde da schon leicht flau im Magen, weil ich mir ausrechnen konnte, wohin das führen würde.

Ich bat die Ärzte nochmal über den Kaiserschnitt nachzudenken, weil ich ..naja… wirklich panisch wurde.

Die ganze Zeit war ich klar am Bett neben Yvi und konnte auch sehen, wie unruhig, die Assistenzärztin, der Oberarzt und auch die Hebammen wurde. – War nicht gerade förderlich für meinen Gemütszustand, Yvi bekam ja nichts mehr mit, sie war die ganze Zeit stoned.

Doch bei einer der Wehen schrie sie dann doch wieder auf, es habe wieder geknackt. Die Hebamme fühlte nach und bestätigte, dass der Muttermund sich nun auf drei Finger weit geöffnet habe.

Danach ging alles richtig schnell. Die Wehen kamen und gingen, nahezu ohne Pause dazwischen.

Der Puls von Sean ging runter auf 60 und war teilweise ganz verschwunden. Ich wollte schreien vor Angst, Panik.. „Macht was, rettet meinen Sohn“… Selbst Yvi bekam das mit und ich konnte die Angst in ihren Augen sehen.

Der Arzt wies die Hebamme an, den Kinderarzt zu rufen (Kinderklinik ist direkt neben der Geburtshilfe). Sie kam zurück und sagte, dass er in fünf Minuten da sei.

Da sich alle jetzt um Yvi kümmerten, war ich da zu viel und lief am Ende des Raumes auf und ab – Dass ich Panik hatte, habe ich ja schon geschrieben…..

Der Oberarzt darauf hin: „Rufen sie ihn an, er soll sofort kommen – es gibt jetzt eine Notsectio… eine NOTSECTIO!!!“

Sie verschwand und zugleich wurde eine Rollliege in den Kreissaal hineingefahren, Yvi bekam Funksender für das CTG auf den Bauch und wurde darauf rüber gehoben.

Sofort schoben sie die Liege in den angrenzenden OP.

Ich sah denen nach und sah dann auch den Kinderarzt mitsamt Assistentin über den Flur rennen – ebenfalls in den OP rein.

Ziemlich verlassen saß/stand ich da im Raum.

Aus irgendeiner Idee, um mich zu beschäftigen, bin ich im Raum umher gelaufen, habe Yvis schmutzige Sachen zusammen gesammelt und diese in Ihr Zimmer gebracht.

Zwei Minuten später war ich dann wieder im Kreissaal.

Wusste nichts mit mir anzufangen. Ich spürte nur diese eiskalten Beschläge um mein Herz.

Plötzlich hörte ich ein Baby schreien. Da ich nicht wusste, woher es kam, bin ich auf den Flur. Ich konnte es Orten. Es war aus dem OP!!!

Da ich wusste, dass nur Yvi dort drin war (Zumindest als Patientin) sackte ich dann an der Wand erleichtert zusammen. Sean lebte… Ich habe lange nicht mehr geweint (nicht mal, als ich mir das Knie brach) aber nun flossen wahre Bäche….

Nach einigen Minuten öffnete sich dann die Tür des OPs, der Kinderarzt trat aus dem Raum, Sean eingewickelt in viele Tücher auf dem Arm und wollte schon in Richtung Kinderstation abhauen. Da Sprach dann dessen Assistentin mich an, ob ich der Ehemann von Yvi sei. Ich bejahte und er gab mir dann den Kleinen.

 

 

So habe ich es mir dann mit ihm erst mal gemütlich im Kreissaal gemacht. Yvi kam erst eine Dreiviertelstunde später aus dem OP. Und war dann erst nach über eine Stunde ansprechbar.

 

 

Ich bin überglücklich und der Kleine ist sooooooooooo süß.

 


Nachtrag 23.04.2017

Die ersten zwei Tage sind vorbei, meine Familie ist nun vollzählig daheim. Morgen muss ich leider wieder arbeiten… Aber zum Glück schein Sean seine 6 Stunden durchzuschlafen… *freu*

Author: Bernd R. Franke

Bernie ist ein spätes Winterkind aus dem Jahre 1980. Verheiratet ist er glücklich mit der Mutter seiner fünf Kinder. Hobbies: Nachdenken, Schreiben und Sport. Sein Lieblingsgenres sind SciFi, Fantasy und Erotik.

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