Statusupdate 2 Tage nach der OP…

Zu Allererst: Ja ich habe die OP überlebt. Und es ist überwiegend alles gut verlaufen.

Nun sind bereits über 48 Stunden vergangen, nachdem ich aus der OP aufgewacht bin. Eben jene hat tatsächlich knapp achteinhalb (JA: 8 1/2 !!!) Stunden gedauert. damit also deutlich länger, als erwartet.

Dafür habe ich zumindest keinen Fixateur Extern. Und darüber bin ich sehr, sehr froh, denn es bedeutet, dass ich keine zweite OP in der nächsten Zeit bekommen werde.

Aber wie ist nun die OP verlaufen? Diese Antwort habe ich soeben (ja wirklich nach über zwei Tagen) von einem der OP-Ärzte erhalten.

Zunächst bin ich ja am Freitag um halb acht morgens runter in die Chirurgie. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich schon das erste Beruhigungsmittel drin. Unten Angekommen war noch gar nicht klar, wie nun die OP vonstatten gehen soll. Also hat es ungefähr eine halbe Stunde gedauert, bis ich auf den OP-Tisch kam.

Mir wurde ein Zugang gelegt. und dann war ich auch schon schnell weg.

Aus der Erzählung des Arztes sind sie wohl folgendermaßen vorgegangen:

  1. Wurde ich auf den Bauch gedreht. Es wurde das Knie geöffnet und die haben die Knochen mittels Platten, Schrauben und ein wenig Draht gerichtet.
  2. Ich wurde auf den Rücken gedreht und das Knie wurde auf der Vorderseite geöffnet, da haben sie dann festgestellt, dass das Gelenk auf der Rückseite noch einen Versatz hatte und es war wohl klar, dass ich erneut auf den Bauch gelegt werden müsse. Aber zunächst haben sie dann dass Knie gerichtet.
  3. Bäuchlings wurde das Knie optimiert.

Dann waren die achteinhalb Stunden auch schon rum. Die Bänder haben wohl doch einen großen Schaden. Es wurde kein Fixateur extern verwendet und auch kein Knochen aus dem Hüftkamm entnommen (Auch hierüber bin ich sehr froh!)

Wirklich wichtig und total schön war es, dass meine Frau beim mir war, als ich aufwachte. Das hat mir direkt ein Gefühl von Geborgenheit gegeben. Leider musste Sie dann auch schon die Intensivstation verlassen, noch bevor ich richtig wieder bei mir war.

Ja, Intensivstation, dort musste ich dann die Nacht verbringen. Allein, weil die OP so lange gedauert hat. Ich habe dann zwar noch ein Brot gegessen und einen Tee getrunken, aber es war die Hölle… die ganzen Monitore… Das Blubbern des Sauerstoffs… Das immer wiederkehrende Alarmgeräusch, wenn ein Wert vom Optimum auch nur eine Sekunde abweicht. Ich habe ehrlich kaum geschlafen und war mehr gerädert denn nach der OP.

Nach einer gefühlten Ewigkeit kam dann der Morgen, ich wurde gewaschen und soweit fertig gemacht. Anschließend wurde ich wieder auf mein Zimmer gebracht…

Ich wurde von meiner Frau, meinen Kids, meiner Mutter und zwei meiner Geschwister besucht. Zudem habe ich das erste Schalke-Spiel der neuen Saison gesehen und TADAA!: Schalke hat 3:0 gewonnen. Also war klasse.

Momentan habe ich als Kassenpatient den Luxus von Privatpatienten. Ich habe ein Zimmer ganz für mich alleine. …. kann gerne so bleiben.

Nun habe ich den Sonntag verbracht meine Familie war erneut da und es tat mir gut. Weil ich die Nacht schon wieder so unruhig war, war ich auch wieder ziemlich müde. ich bin dann bald eingeschlafen.

Ach ich vergaß: um halb zwölf wurden die Reddon-Drainagen gezogen. Es handelt sich hierbei um Wunddrainagen, die das Wundwasser aus den bereits operierten Stellen via Vakuum ableiten. Die Schläuche sollen ca. 5-10 cm im Körper sein.

Sollen…, aber dazu später. Zunächst bekam ich erneut ein Schmerzmittel. Ich sollte als Lehrmittel herhalten. Denn es kam eine der Schwestern mit zwei Schülerinnen herein. – Ich hatte drei dieser Drainagen !!! – Sie demonstrierte zunächst an der oberen Drainage, wie man sie entnimmt. Tupfer drauf und sanft, aber schnell ziehen. Tatsächlich.. der Schlauch war nur 5 cm im Körper und es tat kaum weh.

Dann war die erste Schülerin an der Reihe. Sie zog die Drainage mittig am Schienbein heraus. Es tat schon weh. aber… es waren locker 15-20 cm!!! Dann musste ich mich auf die Seite legen und die zweite Schülerin sollte die Drainage ziehen. Ich bin jetzt nicht wirklich zimperlich, und halte viele Schmerzen aus…. aber… es fühlte sich an, als ob mir die Wade aufgeschlitzt wurde… ich hab lautstark geschrien. Mir tut es Rückblickend echt leid, aber dieser Schmerz… er kam fast an den Unfall ran, als ich mir das Knie überhaupt zerschmettert hatte….

Ich war dann auch erst einmal der Ohnmacht nahe und habe wieder geschlafen… um mich von dem Schmerz zu erholen, bis meine Family kam.

naja… ich war dann auch wieder platt und schlief die ganze Zeit. Yvi ist daher dann auch schnell mit den Kids geschlafen.

Ich wurde hatte schon bemerkt, dass mein linker Fuß immer dicker wurde,,, daher ließ ich dann den Arzt kommen…. Er hatte mich dann über die OP aufgeklärt und auch gemeint, dass der Fuß bald wieder in Ordnung käme….

Die weitere Therapie würde mir morgen mitgeteilt.

So.. jetzt werde ich aber auch schlafen….. und ich wünsche Euch eine gute Nacht .

 

Gruß

Bernd

 

P.S. Wisst Ihr, wie ekelig eine Urinflasche und erst recht eine Bettpfanne ist? Ich weis es mittlerweile… Urgh!!!

Author: Bernd R. Franke

Bernie ist ein spätes Winterkind aus dem Jahre 1980. Verheiratet ist er glücklich mit der Mutter seiner fünf Kinder. Hobbies: Nachdenken, Schreiben und Sport. Sein Lieblingsgenres sind SciFi, Fantasy und Erotik.

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