“Autsch!” – II. Akt

Heute ist bereits Mittwoch, ich bitte um Verzeihung, dass ich mich erst so spät erneut melde.

Ja, der Bernie wurde dann tatsächlich am Montag Nachmittag, oder war es schon Abend?

Ja, jedenfalls wurde Bernd um 17:10 vom ADAC Rückholdienst im Heinsberger Krankenhaus abgeholt und dann ins St. Marienhospital gebracht.

 

 

Wenn Du Dich fragen solltest, warum er so spät… So liegt es an der deutsche Autobahn-Infrastruktur. Ich meine natürlich Stau. Sei’s drum.

Bernd kam um 18:45 in der Ambulanz in Gelsenkirchen an und nachdem erneut Blut entnommen und ein Abstrich* gemacht wurde schnell auf die Station 7B verlegt, also in die Chirurgie

(* Der Abstrich wird mittlerweile aufgrund von MRSA gemacht um etwaige Infektionsträger direkt gesondert zu behandeln. MRSA ist böse… aber ganz böse. Mehr Infos—> Hier lang)

Ich schreib am besten jetzt aus der “ICH”-Perspektive, alles andere scheint mir zu kompliziert zu werden und ich bin nicht Majestätisch genug, um von mir in der dritten Person zu schreiben.

Also. Ich kam ja am Montag hierher und wurde dann in ein kleines Dreibett-Zimmer´, welches ich mir mit zwei Herren teilen durfte. Der Eine ist unsanft vom Rad abgestiegen, von Kratzern übersäht und der Andere, ein etwas älterer Herr, der selbst beim Essen so stöhnt, dass Dolly Buster neidisch werden müsste… Er hat wohl Probleme mit dem Knie und auch der Wirbelsäule. So ganz bin ich nicht draus schlau geworden.

Meine Frau und meine Kinder hatten mich glücklicherweise bereits im Krankenhaus erwartet, sodass ich deren Gesellschaft noch bis kurz nach zwanzig Uhr genießen konnte. Nachdem sie nach Hause sind, habe ich die nächste Thrombose-Vorbeugungs-Spritze erhalten (Auch ein empfindliches Thema: Hier), und ein paar Eis-Gel Akkus um damit mein Knie zu kühlen.

 

 

Nach einiger Zeit merkte ich dann, dass ich nicht einschlafen konnte und klingelte nach der Schwester .Diese gab mir dann eine Pille. Ich nahm sie ein und wirklich kurze Zeit später spürte ich mein Bein nicht mehr und glitt sanft in den Schlaf.

Rückblickend war es eventuell, aber auch nur eventuell keine so gute Idee. Denn als ich am nächsten Morgen aufwachte durfte ich mir schon ein paar Kommentare anhören. Ich habe wohl so laut geschnarcht, dass meine Bettnachbarn das Zimmer verlassen hatten und stundenlang nicht einschlafen konnten. Selbst die Nachtschwester war gefrustet, da ich null Reaktion auf ihre Weckversuche zeigte.

Ich glaub denen das ja auch, denn mein Gaumenzäpfchen war enorm angeschwollen, das passiert oft, wenn ich wirklich laut schnarche… Aber meist ist das nur dann der Falle, wenn ich sehr sehr sehr viel Alkohol getrunken habe. Und ich meine wirklich viel. War aber nicht der Fall sondern OXYCODON. Ich will ja jetzt hier nicht als Junky darstehen, aber dieses Zeug hilft sehr gut gegen Schmerzen…. Ich war auch sichtlich entspannt.

Nachdem dieser peinliche Moment (und mehrere im laufe des Tages aufgrund dieses Umstands) vorbei gingen, ist dann auch der Dienstag mit Hilfe von Ibuprofen, Novaminsulfon und eben jenem Oxycodon an mir vorüber gegangen. Die Stationsärztin war kurz da und informierte mich, dass wir alles weiter dann am Mittwoch besprechen werden, sonst keine Info oder Untersuchung. Meine Frau hat mich mit den Kids dank meines Schwagers auch noch einmal besucht und dann bin ich abends gut eingeschlafen.

Ganz lustig sind auch immer die Fragen der Krankenschwestern nach meinen Schmerzen. “In einer Skala von 0-10, wobei 0 für schmerzfrei und 10 für sie möchten am liebsten aus dem Fenster springen steht, wie würden sie Ihre Schmerzen beurteilen?” – Ganz klar.. solange mein Bein entspannt liegt 3-4.. sollte aber jemand an das Bein kommen, oder ich muss es bewegen, dann 12!!!

Ja, heute war Mittwoch und der Tag ist nahezu vorbei. Doch hat sich einiges ereignet, das mir tatsächlich schon ein wenig Angst bereitet.

´Zunächst hat man meine Bettnachbarn und mich bis kurz vor sieben schlafen lassen, soweit schon einmal gut… für ein Krankenhaus KLASSE!!! Dan war die Chefarztvisite. um halb acht. Das war sportlich. Anschlie0end durfte ich in den CT(Computertomographen) dieser nahm Schichtweise Röntgenbilder von meinem Knie auf.

Um halb 12 war dann die “normale” Visite der Stationsärztin. Diese sagte mir aber nur kurz, dass sie die Bilder noch mit dem Chefarzt analysieren müssen und wir dann am Donnerstag darüber reden werden. die Operation ist wohl für Freitag schon (SCHON….?) angedacht .

Um dreizehn Uhr kam dann überraschend der Chefarzt erneut vorbei. und nachdem er einn wenig herum gedruckst ist, hat er mir die Diagnose ziemlich detailliert geschildert und auch was nun geschehen wird als Therapie.

Nun habe ich erst einmal Yvi (meine Frau), meine Mutter, meinen Vater und meine Arbeitskollegen über diese heftige Diagnose informiert und musste sie dann verdauen.

Komischerweise kam um 14:30h dann der Oberarzt und erzählte mir alles erneut, mit den gleichen Informationen.

Und um ca. 17:00 kam noch ein Chirurg und erklärte es mir erneut. Dieser hatte dann aber noch die Zusatzinfo, dass es bei dieser OP keine Garantien geben kann , ob das Bein wieder voll benutzbar sein wird, ob es steif bleibt oder oder oder… Ich habe da tatsächlich ein wenig Angst bekommen.

Hier die Diagnose. Kniescheibe – Ok. Wadenbein – OK- Bänder – wird man sehen. Schienbein – Nunja… multiple Tibiafraktur, der Knochen hat nachgegeben, ist zerbröselt. Der Schaden ist vorne hinten, links und rechts. Der Chefarzt bezeichnete es als “Einzigartig, noch nie gesehen”.

*schluck*

Neben so Sprüchen wie “vor Weihnachten nicht mehr arbeiten können und viel Therapie und Glück” weis ich nur noch, dass die OP für viereinhalb Stunden angesetzt wurde. Hierbei werden mir zunächst Knochenstücke aus der Hüfte genommen. Nachdem dies wieder zugeklebt ist, werde ich auf den bauch gedreht und mir wird die Rückseite des Knies ca 15-25cm. aufgeschnitten. Die Knochenfragmente werden dann mit Draht, Platten und Schrauben oder Nägeln sowie dem entnommenen Knochen zusammengefrickelt. Nachdem die damit fertig sind, werde ich umgedreht und dann wird das Knie auf der Vorderseite ca 10-15 cm aufgeschnitten und die Prozedur dort wiederholt.

Klar war meine erste Frage, ob die Leute alle stark genug sind, denn ich bin ja nicht unbedingt ein Leichtgewicht.

Bin ja mal gespannt, ob es klappt.

Gruß

Bernie

Author: Bernd R. Franke

Bernie ist ein spätes Winterkind aus dem Jahre 1980. Verheiratet ist er glücklich mit der Mutter seiner fünf Kinder. Hobbies: Nachdenken, Schreiben und Sport. Sein Lieblingsgenres sind SciFi, Fantasy und Erotik.

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Das Leben. Punkt.
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