Born [Kurzgeschichte]

Born

Zerrissene Kleidung lag auf unserem Weg hinter uns in dieser verlassenen Halle verteilt. Das Mondlicht leuchtete steil durch das offene Tor, der Lärm der mittlerweile weit entfernten Party war nur noch das dumpfe Wummern eines Basses. Die Luft war feucht, kühl und roch nach altem Motoröl.

Mit beiden Händen stützte ich mich gegen die massive Betonwand. Dieses heiße Mädchen, dieses junge, grade volljährig gewordene Ding wand sich an meinem Leib. Sie hielt mich mit ihrer Linken fest an meinem roten Schopf, drückte meine geöffneten Lippen gegen ihren Hals. Ich kostete diese erregende Mischung aus zartem Parfüm und ihrem salzigen Schweiß. Ihre andere Hand strich mir glatt über den Rücken, fest und bestimmt, drückte alsbald mein Becken gegen ihres. Elektrisiert stöhnte ich auf, versuchte sogleich wieder Luft zu holen. Schwer atmend hob ich kurz meinen Mund gegen den Druck Ihrer Hand vom Nacken, auf dem ich bereits meinen Speichel verteilt hatte. Ich nahm die Hände von der Wand, und griff um diese blutjunge Frau. Dann presste meine wollüstige Gespielin gegen die Wand, sie lachte vergnügt auf.

Während sie mich weiter an sich drückte, wanderten meine Hände in verschiedene Richtungen. Die linke strich ihr das rabenschwarze Haar aus dem Nacken und mir aus dem Gesicht, packte sie letztlich am Nacken. Die andere Hand wanderte an Ihren festen Arsch, umfasste eine ihrer Backen mit starkem Griff und drückte auch sie an mich ran. Zeitgleich mit meiner Reibung des Schambereichs an ihrem stöhnte sie vergnügt auf. Ich bemerkte, wie ihre großen Brüste und Nippel vor Erregung hart waren, sich an meinen entblößten Oberkörper pressten. Ich war der Ekstase und der Erfüllung meiner Sehnsucht nahe.

Kurz hatte ich das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren, nicht das Raubtier zu sein, welches ich war, welches ich sein wollte. ‚War das hier denn richtig?‘, fragte ich mich.

Doch dann wurde dieser unnötige Gedanke weggewischt, dann geschah es – endlich. Sie stöhnte in mein Ohr. Das gab den finalen Kick, den Ausschlag, der alles veränderte.
Die schwarzhaarige Schönheit hatte nicht die Möglichkeit aufzuschreien, als Ihr meine jungfräulichen Zähne in den Hals fuhren, ihre Hauptschlagader aufschnitt und ihren Kehlkopf zerfetzte.

Das warme Blut war wie roter Honig als ich es kostete und ich begierig schluckte. Nur wenig von dem so Kostbaren Saft verschwand ich.

Als sie begriff, was geschah, wehrte sich kurz, heftig, doch war es schneller vorbei, als sie es begreifen konnte. Nach wenigen Sekunden erschlafften schon ihre Arme, mit denen sie sich verzweifelt wehrte, aber meine Griffe und mein Gebiss hielten das arme Ding wie ein Schraubstock fixiert.

Das Zappeln hörte fast gänzlich auf. Gemeinsam mit dem Körper, aus dem merklich das Leben schwand, sank ich auf den Boden.

Als ich den letzten Schluck ihres Lebenssafts nahm zappelte sie noch, doch als ich aufgestanden war, hatten die Augen bereits den leeren Blick.

Ich reckte, streckte mich und sah mich berauscht um. Die Welt war plötzlich hell und voller Farben. Die Geräusche intensiv verstärkt. Ich spürte den leichten Windhauch und alle Vibrationen, die er auf allen Oberflächen verursachte. Nah, sehr nah nahm ich das langsame Schlagen eines Herzens wahr, am Geruch erkannte ich meinen Herrn, der meine Verwandlung beobachtete. Ich zwinkerte ihm zu.

Endlich war ich vollkommen, geworden, was ich immer sein wollte: Eine Vampirin.

 

***

Was Langeweile in der Mittagspause so alles entstehen lässt.

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Author: Bernd R. Franke

Bernie ist ein spätes Winterkind aus dem Jahre 1980. Verheiratet ist er glücklich mit der Mutter seiner fünf Kinder. Hobbies: Nachdenken, Schreiben und Sport. Sein Lieblingsgenres sind SciFi, Fantasy und Erotik.

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